Schwerpunkt über rumänische zeitgenössische Regisseure

BIO CARMEN LIDIA VIDU

Sie schaut sich um und sucht nach Menschen und Geschichte mit einem kleinen "g", die sie dem Theater- und Filmpublikum in künstlerischen Formen nahebringt, die Emotionen erzeugen.

Carmen Lidia Vidu ist die einzige rumänische Regisseurin, die sowohl den GOPO als auch den UNITER, den rumänischen Film- und Theaterpreis für die beste Regiearbeit, gewonnen hat.

Letzteren erhielt sie im Jahr 2021 für die Regie von „Jurnal de România. 1989“ („Rumänisches Tagebuch. 1989“, Nationaltheater „I.L. Caragiale“ Bukarest), über die Geschichte der rumänischen Revolution mit großem „G“; den ersten Preis erhielt sie 2015 für den Dokumentarfilm „O scurtă istorie Astra Film“ („Eine kurze Geschichte von Astra Film“).

Im Jahr 2021 ist sie außerdem (erst) die dritte Regisseurin in der Geschichte des rumänischen Theaters nach der Revolution, die einen UNITER-Preis gewinnt.

Online ist sie eine starke feministische Stimme, eine Meinungsführerin, die sich zu soziopolitischen, kulturellen und bürgerlichen Themen äußert, zu authentischen Menschen und Orten, die sie in ihren Dokumentarfilmen entdeckt.


FILMOGRAPHIE

2020, Diary of a Revolution, Documentarfilm

2019, My Romanian Diary / Mein Rumänisches Tagebuch, animierter Dokumentar-Kurzfilm

2018, A Story of Faith, animierter Dokumentar-Kurzfilm

2017, Romanian Diary. Muslim Diary, animierter Dokumentar-Kurzfilm

2016, Constanța. A Dancing City, Kurzfilm

2015, ARAD. My Virtual Diary, Dokumentar-Kurzfilm

2015 Bucharest. A World by Ion Bârlădeanu & Carmen Lidia Vidu, animierter Dokumentar-Kurzfilm

2014, Hotel California, Noblesse Oblige, Deutschland, Kurzfilm

2013, A Brief History von Astra Film, Dokumentarfilm

2013, Dancing City, Dokumentarfilm


PREISE

2021, UNITER, Bester Theaterregisseur, „Romanian Diary. 1989“, România

2020, Frauenpreis für „My Romanian Diary“, Independent Days International Film Festival, Deutschland

2018, Bester Frauenkurzfilm, „Romanian Diary. Muslim Diary”, Independent Shorts Awards, Los Angeles

2018, Bester Kurzdokumentarfilm, „Romanian Diary. Muslim Diary“, Changing Face International Film Festival, Australien

2018, Bester Dokumentarfilm über Frauen (nicht-fiktional), „Romanian Diary. Muslim Diary“, JIFF 16 International Film Festivals

2018, Preisträgerin, „A Brief History von Astra Film“, MedFF, Sizilien

2018, Preisträgerin, „Romanian Diary. Muslim Diary”, Changing Face International Film Festival, Sydney

2017: Best Short Doc at The Mediterranean Film Festival für „A Brief History of Astra Film”

2015, Sonderpreis der Jury, „ARAD. My Virtual Diary”, Indian Cine Film Festival 2015

2015, Mention, „ARAD. My Virtual Diary”, 4. Delhi Shorts International Film Festival-15

2015: Excellence Award for Dramatic Art, verliehen vom Rathaus Arad

2015: Gopo-Preise, „A Brief History of Astra Film”, Bukarest

2007: [ o station...], ausgezeichnet auf dem Theaterfestival von Heidelberg, Deutschland

2006: "Capul de regizor", die beste Theateraufführung [o station...], Buzău, România

2006: [ o station...], die beste Theateraufführung, Terminal 00, Slowenien


Ein Interview mit Leta POPESCU von Februar 2021 kann man hier lesen.

 

Eine Version des Interviews in rumänischer Sprache gibt es hier zum Lesen.


Ein Interview mit Gianina CARBUNARIU von September 2020 kann man hier lesen.


Hier gibt es fünf Beiträge aus dem Sammelband Teatrul.ro 30-Noi nume/Theatre.ro 30 New Entres, der zum 30ten Jubiläum der rumänischen Theaterszene erschienen ist.


(c) Andrei Tanase
(c) Andrei Tanase

Andrei MĂJERI (geb. 1990) ist ein rumänischer Regisseur. Hier gibt es ein Kurzporträt von ihm.

 

Eine Version des Kurzporträts in rumänischer Sprache kann man hier lesen.

 

Mai 2019


Catinca DRĂGĂNESCU ist eine rumänische Theaterregisseurin und Dramatikerin. Nach Abschluss ihres Studiums in 2012 an der Nationalen Universität für Theaterkunst und Film Bukarest (UNATC) hat sie sowohl in unabhängigen als auch in staatlichen rumänischen Theatern gearbeitet. Zu ihren bekanntesten Inszenierungen zählen Feuergesicht von Marius von Mayenburg (die ihr den Preis für beste Regie und beste Performance bei der Absolventengala der UNATC-Studenten 2012 brachte), Das kalte Kind von Marius von Mayenburg sowie Produktionen, die auf ihren eigenen Texten basieren: Photoshop (produziert am Nationaltheater „Marin Sorescu“ Craiova) und DISTOPIE.shakespeare.REMIX (am Nationaltheater „I.L. Caragiale“ Bukarest).

Darüber hinaus arbeitet Drăgănescu an einer Forschungsplattform namens „Rumänien unter der Lupe“. Im Rahmen dieses Konzepts werden Produktionen auf Basis von Techniken des Dokumentartheaters und alternativen Inszenierungsmethoden entwickelt. Ziel ist es, neue und gesellschaftlich relevante Kommunikationswege mit dem Publikum zu schaffen. Hauptthema ist eine kritische Sichtweise auf die rumänische Realität. Im Rahmen dieser Plattform führte Drăgănescu Regie bei den Performances Aggressive Mediocrity und Born in 1984. Bei dontcrybaby übernahm sie die Rolle der Dramatikerin.

In Partnerschaft mit NGOs wurden zwei weitere Projekte geschaffen, welche die Bürgerbeteiligung in Rumänien infrage stellten. Dafür entwickelte Drăgănescu eine alternative Taktik für Sozialkampagnen um das Konzept der debate performances. Es handelt sich um die Projekte Occupy Future (entstanden in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Freiwilligenarbeit in Klausenburg) und 4m2 (produziert in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Gemeinschaftsressourcen in Bukarest).

Derzeit arbeitet Drăgănescu an einer Inszenierung namens IBSEN Incorporated am Komödientheater Bukarest. Dabei werden einige von Ibsens Theaterstücken zu einem neuen Text verarbeitet. Die Premiere ist für Oktober 2015 geplant. (Juni 2015)

HIER gibt es ein aktuelles Porträt von ihr.

(November 2019)


(c) Nicu Cherciu
(c) Nicu Cherciu

Leta POPESCU (geb. 1989) ist eine rumänische Regisseurin. Sie hat die Theater- und Fernsehfakultät an der Babeș-Bolyai-Universität in Klausenburg absolviert. Ihr bisheriger größter Erfolg war die Performance Parallel, in Co-Regie mit Ferenc Sinkó. Für diese zur unabhängigen Szene gehörenden Produktion, die in der Pinselfabrik in Klausenburg entstanden ist, erhielt Popescu 2014 den Preis für das beste Regiedebüt. Die Performance wurde an verschiedenen Theaterfestivals in Rumänien, Ungarn, Dänemark, Polen, Moldawien, Deutschland und Italien präsentiert.

In 2015 arbeitete Leta Popescu mit dem Nationaltheater in Klausenburg zusammen, wo sie in American Dream von Nicoleta Esinencu Regie führte. Am gleichen Theater hat sie auch als Regieassistentin an vier anderen Produktionen mitgewirkt: Mein Kampf (2014) und Sânziana und Pepelea (2013), beide in der Regie von Alexandru Dabija, Illegal aliens (2014) in der Regie von Eli Simon und Nameles Star (2011) in der Regie von Alexa Visarion.

Sie ist eines der Gründungsmitglieder der Reciproca in 2014, einer NGO für kulturelle und gemeinnützige Aktivitäten. Popescu verfügt über eine umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die sie im Zuge von zahlreichen Theater-Workshops in den rumänischen Städten Klausenburg, Kronstadt, Caracal und Bukarest sammeln konnte. Derzeit ist sie Trainerin für pädagogisches Schauspiel im Rahmen des Romedin, ein Projekt, das sich mit Kindern befasst, deren Familien evakuiert wurden und nach Pata Rat, der Klausenburger Mülldeponie, gezogen sind.

Seit 2013 arbeitet sie an ihrer Dissertation mit dem Titel „Von der rumänischen zeitgenössischen Prosa zur Show“. Sie dramatisierte und inszenierte Poker (nach „Poker“ und „Poker.Black Glass“ von Bogdan Cosa) und Ghinga (nach „Treffen mit den Lesern“ von Dan Coman). Derzeit entwickelt sie zwei ähnliche Projekte, eines davon nach Geschichten des rumänischen Schriftstellers Florin Lăzărescu. Im zweiten Projekt schlägt sie Zitate aus der zeitgenössischen Prosa für öffentliche Bereiche und öffentliche Verkehrsmittel in Klausenburg vor.

Eine ausführliche Beschreibung der bisherigen Inszenierungen von Leta Popescu können Sie in diesem Essay lesen.

 

Juni 2015


Ioana PĂUN (geb. 1984) ist eine rumänische Regisseurin, die auf internationaler Ebene arbeitet. Sie ist Absolventin der Goldsmith University London (2009) und der Nationalen Universität für Theaterkunst und Film Bukarest (BA 2007). Sie arbeitet an Themen, die den Turbokapitalismus und weitere Aspekte der Realität untersuchen. Als Performancekünstlerin und Theaterregisseurin verbindet Ioana Păun in ihren Arbeiten Neue Medien und Technologien mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen. Ihre aktuellen Arbeiten stellen zeitgenössische Dystopien gegenüber und lassen Situationen entstehen, in denen die Teilnehmer ihre Standpunkte einer Koexistenz verhandeln.

Seit 2012 arbeitet Păun zusammen mit Künstlern, Journalisten, Kindermädchen und Haushälterinnen aus Mexiko, den Philippinen, Rumänien und Puerto Rico an einer Plattform, welche die Ausbeutung der Migranten zum Thema hat. Vor Kurzem trat Păun einem internationalen Kollektiv von Künstlern und Programmierern bei, das Möglichkeiten entwickelt, Kulturproduktionssysteme zu „entführen“ und somit den Fokus weg vom Schöpfer und hin zu den Benutzern und Themen verlagert.

Păuns Performances wurden in Palästina, den USA, Großbritannien, Frankreich, Österreich, Rumänien, Tschechien, Griechenland, Deutschland, Schweden und Italien produziert. Ihre Ideen bekamen Unterstützung von zeitgenössischen Performance- und Kunstinstitutionen wie beispielsweise dem Royal Theatre Stratford East, Kunstraum Lakeside, Live Art Development Agency, WASP Bucharest, CEC ArtsLink, Schaubühne, Museum for the arts of the 21st century MAXXI in Rom, British Council, Onassio Centre in Athen, dem Museum für zeitgenössische Kunst in Bukarest, dem Europäischen Netzwerk der rumänischen Kulturinstitute.

Păun untersucht die Möglichkeiten der Demokratisierung der Kunst und der Erweiterung der partizipativen Kunstformen auf die Realität. Sie hat mehrere Workshops in Rumänien, der Tschechischen Republik und Palästina gehalten.

Juni 2015


Bobi PRICOP (geb. 1986) ist ein rumänischer Regisseur. Er hat die Universität Spiru Haret (BA der Schauspielkunst) und die Nationale Universität für Theaterkunst und Film Bukarest absolviert (MA in Regie). Sein Regiedebüt gab er 2011 am Theater ACT in Bukarest mit der Performance Games in the backyard von Edna Mazya. Danach führte er Regie für Humpty Dumpty von Eric Bogosian am Klassischen Theater Arad. Er inszenierte Amalia atmet tief ein von Alina Nelega am Théâtre Les Déchargeurs in Paris, Gegen den Fortschritt von Esteve Soler am Bulandra-Theater in Bukarest und Gegen die Liebe von Esteve Soler in Piatra Neamt. Am Nationaltheater Craiova führte er Regie für Der Religionslehrer von Michaela Michailov, ein Theaterstück, das den Publikumspreis der Wiesbadener Theaterbiennale 2014 gewann (2. Platz).

2014 war Pricop Regieassistent von Robert Wilson in der Produktion Die Nashörner von Eugène Ionesco in Craiova. 2015 führte er Regie für Die Opferung von Gorge Mastromas von Dennis Kelly am Theater Regina Maria in Oradea und für Illusionen von Iwan Wyrypajew am Nationaltheater Craiova. Seine Arbeiten wurden zu vielen Theaterfestivals in Rumänien, Moldawien, Frankreich, Polen, Mazedonien, Deutschland und Italien eingeladen. Für seine Inszenierungen erhielt er 2012 den Preis für beste Regie beim Undercloud Independent Theaterfestival Bukarest sowie 2012 und 2014 beim Short Theatre Festival Oradea. Seine Inszenierung am Bulandra-Theater wurde in der Kategorie „beste Darstellung“ beim Internationalen Theaterfestival in Oradea nominiert. 2014 nahm Pricops Produktion von Amalia atmet tief ein in der OFF-Sektion des Festivals von Avignon teil.

Eine ausführliche Beschreibung der bisherigen Inszenierungen von Bobi Pricop können Sie in diesem Essay lesen.

Juni 2015